Unterwegs. The Longest Way

Dinge in Bewegung

Bergwasser

Einst fuhr ich ein Auto durch Kirgisistan. Es war ein SUV, eine gutmütige Masse aus Staal, Glas und Plastik, und es schlug sich ganz gut auf den Bergstraßen mit ihren Matschlöchern und Schlaglöchern. Einmal fuhr ich es jedoch in einem Graben fest, und irgendwie zerriss es den Auspuff, was dazu führte, dass das arme Ding unerträglich laut wurde.

Das grüne Tal

Tokmok bedeutet "Hammer" auf Kirgisisch. Es ist eine der größten Industriestädte im Land, und jeder, der hierher kommt, sucht nach etwas anderem. Wenn Deutsch nach Tokmok kommen, wollen sie Deutsche finden. Wenn Chinesen nach Tokmok kommen, wollen sie Dichter finden.

Der Spiegel

Als ich in Cholpon-Ata ankam, waren alle fort. Fort waren die sovietischen Urlauber aus vergangenen Jahrzehnten, fort waren die Touristen von gestern. Es wehte ein starker Wind, und ich lehnte mich dagegen während ich die Hauptstraße hinunterstolperte. Zu meiner großen Überraschung gelang es mir, einen Ort zum Schlafen zu finden.

Schwarze Hände am Issyk-Kul

Als ich in Karakol ankam, bekam ich ein Bett in einem Achterzimmer. Ich war allein, die beiden einzigen anderen Gäste in der Herberge waren aus der Schweiz und aus Usbekistan. Während der nächsten Tage machte ich Nudeln die beschissen schmeckten, Vareniki die ein bisschen besser und Pelmeni die ganz gut waren. Ich trank Unmengen von Kvass.

Sieben Kühe

Ich hatte von einem gewissen Sanatorium aus der Sovietzeit gehört. Sein Name Jeti-Oguz sollte "sieben Kühe" heißen, und es lag irgendwo in den Bergen südlich von Issyk Kul. Ich mag Kühe, also entschied ich mich, dorthin zu laufen. Jeti-Oguz war schöner, als ich erwartet hatte. Es gab dort eine kleine Siedlung und einen Fluss.

Pferde und Flugzeuge

Die ursprüngliche Idee war, zu Fuß von Kaji-Say bis nach Tamga zu laufen, doch das schaffte ich nicht. Ich lief und ich lief, schwitzend und schnaubend und den Berg auf meinem Rücken verfluchend. Ich hatte einfach nicht für eine Wanderung gepackt, es war furchtbar.

Das vergessene Dorf

Als ich ankam und den ersten Schritt aus dem Bus machte, sagte ein Russe zu mir: "Willkommen in der UdSSR" und feixte. Und er sollte Recht behalten: das ganze hatte einen gewissen morbiden Charme. Ich nahm mir ein Zimmer in einem Sanatorium, in dem orangefarbenes, übelriechendes Wasser aus der Dusche kam, und das genau aus diesem Grund Gäste anzog.

Sanfte Hauptstadt

Ich habe diese Aufnahmen im September 2014 gemacht. Es war mein erstes Mal in einem der "Stans", und dieses Mal war ich nicht zu Fuß unterwegs. Ich schätze mich eigentlich als eher schüchterne Person ein, deshalb war ich nicht überrascht, dass ich am Anfang ein bisschen scheu war: würde ich mit meinen begrenzten Fähigkeiten im Russischen zurande kommen?

Sonne und Schnee

Das hier ist Filmmaterial von einem Dreitagestrips nach Auschwitz, in das größte Konzentrations-/Vernichtungslager, das wir, die Deutschen, während des Zweiten Weltkrieges gebaut haben. Teile des Videos sind Zeitlupeneinstellungen, die ich mit dem Telephon gemacht habe, andere sind Zeitrafferaufnahmen aus der digitalen Spiegelreflex.

Zwei Nächte in Prag

Mindestens ein paar Dinge sind bei diesem Video schiefgelaufen. Der Teil mit der Hyperlapse ist zum Beispiel in bisschen ruckelig. Die Schnitte sind außerdem zu vorhersehbar. Aber ich hatte trotzdem Spaß daran, das Material aufzunehmen und es über das kurze Pianostück zu legen.

Desolation

Das hier ist ein Promovideo, das ich für die Blackmetalband DESOLATION aus Hannover gemacht habe. Es hat ein paar kalte Nächte gedauert, das Material zusammenzutragen: insgesamt mehr als 1000 einzelne Photos. Mehrere Nächte hintereinander wartete ich, bis es dunkel war, dann ging ich in einen Park/Wald in der Nähe und stellte die Kameras in einer Gruppe Süntelbuchen auf.

Schiefer Turm von Pisa

Es war an einem warmen Tag im Jahr 2014, als ich mich mich plötzlich in der italienischen Stadt Pisa wiederfand. Ich war gekommen, um einen Vortrag zu halten, und als ich damit fertig war, entschloss ich mich, ein bisschen Material vom Schiefen Turm zu aufzunehmen. Ich fand ihn im Stadtzentrum, und er war schief, sehr schief sogar.

Den längsten Weg schreiben

Dies ist ein kurzes Promovideo für die Bücher über den "längsten Weg", die Mitte 2012 erschienen sind. Dafür habe ich einige Clips von der ursprünglichen Wanderung zusammengeschnitten, ein paar Ausschnitte aus Google Earth und einfache Zeitrafferaufnahmen hinzugefügt und schließlich Aufnahmen vom Schreiben selbst eingestreut.

Schwarzer See von Karakul

Dieses Material ist aus dem Herbst 2012, kurz nach dem letzten Abschnitt meines langen Wegs durch China. Ich war damals gerade von Usu nach Khorgas gelaufen und danach in Kashgar gelandet, diesmal nicht zu Fuß, sondern irgendwie schwebend, auf der Suche nach all denjenigen Dingen, die ich nicht zu sehen bekommen würde.

Der längste Weg 2.0

In den Sommern der Jahre 2010 und 2012 bin ich noch einmal zurückgegangen, um den Weg von Ürümqi nach hause fortzusetzen. Ich lief einmal 500km nach Usu, und dann noch einmal 500km nach Khorgas, das liegt unmittelbar auf der kasachischen Grenze. Dieses Video ist anders als das erste. So gibt es Schlangen, Kamele, Tunnel und einen Tanz, jedoch (fast) keine Bärte.

Der längste Weg 1.0

Im November 2007 entschied ich mich, von Peking aus nach hause zu laufen - nach Bad Nenndorf. Ich lief ein Jahr lang durch China, insgesamt mehr als 4500km, dann hörte ich auf. Die ganze Zeit über ließ ich mein Haar und meinen Bart wachsen. Dies ist das daraus entstandene Video.

Awards

  • 2009 #8 top viral video at Time.com
  • 2011 Vertical Film Festival, Moscow
  • 2011 Squamish Mountain Festival
  • 2011 Vancouver International Mountain Film Festival
  • 2010 Banff Mountain Film Festival
  • 2010 Berlin Webcuts
  • 2009 Boulder Adventure Film Festival